Motorradclub       
Meinerzhagen - Kierspe 1980

 
 

England 2011

 

Gestartet sind wir am Pfingstmontag bei bedecktem Himmel aber trockenem Wetter. Auf den 480 Kilometern die wir bis zum Hafen nach Calais zurücklegen mussten, gab es dann allerdings Regen, der unsere Stimmung jedoch nicht trüben konnte. Nach Ankunft der Fähre in Dover ging es entlang der Ostküste nach Canterbury, wo wir die erste Nacht verbrachten und am nächsten Tag die Kathedrale von Canterbury besichtigten. Weiter ging es dann 414 Kilometer nach Bovey Tracy mit einem Zwischenstopp und Besichtigung des Steinkreises von Stonehenge. Dieses monumentale Bauwerk besteht aus mehreren konzentrischen Steinkreisen. Begründet wurde es in der Jungsteinzeit und benutzt mindestens bis zur Bronzezeit, nach heutigen Vermutungen zur Feststellung der Sommer- und Wintersonnenwende. Es liegt in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, 13 Kilometer nördlich von Salisbury. 

 

 

In Bovey Tracy verbrachten wir zwei Nächte und unternahmen von dort eine Rundfahrt durch Cornwall, wo sich der westlichste und südlichste Punkt Englands befindet. Angesteuert wurde unter anderem das Städtchen St. Ives mit einem der schönsten Strände Englands. Kynance Cove beeindruckte uns mit einer wilden Steilküste und der typischen Landschaft die man aus den Romanen und von Rosamunde Pilcher kennt. Auch ein Abstecher nach Saint Michael Mount durfte nicht fehlen, das dem Gegenstück in der Normandie Mount Saint Michaels mit einer Kirche auf einer vorgelagerten Insel sehr ähnelt. Durch die Moorlandschaft des National Parks Dartmoor ging es zur Postbridge, einer typischen Steinbrücke aus dem Mittelalter.

 

Am vierten Tag steuerten wir als Zwischenstopp auf dem Weg nach Manchester Bishop Castle in Wales an. Auf der Fahrt dorthin ging es auch durch die Stadt Bath, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Abends in Bishop Castle stärkten wir uns in der Brauerei Three Tuns mit zünftigem Essen und nahmen die Gelegenheit wahr, Land und Leute sowie das englische Nachtleben mit Livemusik in einem Pub besser kennen zu lernen. Mehr oder weniger ausgeschlafen traten wir am nächsten Morgen dann über Liverpool die Fahrt nach Denton in Manchester an, wobei wir zwischendurch auch das walisische Dorf mit dem längsten Namen der Welt besichtigten: Llanfairwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Eine Stunde später als unsere französischen Freunde vom Motorradclub Motarts en Balad trafen wir schließlich am Treffpunkt in Denton ein, der Partnerstadt von Montigny-le-Bretonneux, die wiederum Partnerstadt von Kierspe ist. Hierher waren wir von den Mitgliedern des Honda Owners Club aus Manchester zu deren 50-jährigen Jubiläum eingeladen worden. Mit einer Stärkung in Form von Essen und Trinken und einem Briefing für die nächsten Tage klang der Abend aus.

 



Denn direkt am Morgen mussten alle frisch und ausgeschlafen sein. Ein großer Empfang bei der Bürgermeisterin von Denton Susan Quinn stand auf dem Programm wozu der Präsident des englischen Honda Owners Club Andy Young extra aus London angereist war. Die Bürgermeisterin würdigte die Partnerschaft und Freundschaft zwischen den einzelnen Motorradclubs und übereichte uns eine Urkunde zur Erinnerung an dieses Ereignis. Wobei sie ihre Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass es neben der  Partnerschaft von Denton zu Montigny-le-Bretonneux in Zukunft vielleicht auch eine Partnerschaft zu Kierspe gäbe Mit der Warnung der englischen Biker „Leave your engine running“, „Lass deine Maschine laufen“, wenn wir am Aussichtspunkt der Straße von Woodhead nach Holmfirth halten, starteten alle Motorradfreunden zu der ersten gemeinsamen Ausfahrt an diesem Wochenende. An diesem Aussichtspunkt steht ein Radiomast, der die Elektronik der Motorräder stören kann und somit Probleme bereitet, will man seine Maschine wieder starten. Da nach diesem Haltepunkt alle Motorräder noch liefen, auch von denen, die trotz Warnung ihre Maschine ausgeschaltet hatten, ging es weiter zu einer Pause in einem Pub an einer Straße außerhalb von Meltham. Abends fand im Veranstaltungsgebäude Birch Services Eastbound dann die große 50-Jahr-Feier des Honda Owners Club auf dem Programm, auf dem wir uns mit gutem Essen, reichlich englischem Bier, einer Live band, Tanz und guter Stimmung amüsierten. Am Sonntag stand eine Rundfahrt Richtung Leeds und Umgebung auf dem Programm mit einem Zwischenstopp zum Fish and Chips-Essen und der Möglichkeit zum Einkauf von Geschenken für die daheim Gebliebenen. Nach einer lockeren Abschiedsfeier wieder mit viel Essen und diesmal weniger Bier – am nächsten Tag stand schließlich die Heimfahrt an – ging ein Wochenende zu Ende, an dem wir alte Freundschaften vertieft und neue gefunden hatten. 

 

Blieb am Montag zum Abschluss der Tour nur noch die Fahrt nach Hull zum Hafen mit Zwischenstopp im Robin Hood Gasthaus und am Winnats Pass. Nach einer ruhigen Überfahrt mit der Fähre und Ankunft in Rotterdam ging es durch die Niederlande zurück in die Heimat: Die Motorradtaschen nicht nur gefüllt mit Geschenken für die daheim Gebliebenen, sondern auch reich mit Erinnerungen an eine insgesamt über 3.000 Kilometer lange, außergewöhnliche Tour.